Das Modell v. Soar Art Workshop bietet trotz seiner enormen Detailfülle leider einige Fehler, die teils falsch im Bauplan abgebildet wurden, teils komplett falsch im Modell dargestellt sind.
Die Modellbaukollegen R. Hildebrand/ R. Haduwolff haben hierzu bereits eine sehr gute Liste mit Fehlern des Bausatz erstellt, die ich hier gerne in Ausschnitten wiedergeben möchte. Diese Punkte sollten auf alle Fälle für ein korrektes Modell geändert, bzw. ergänzt werden.
Fehlerliste von R.Hildebrand & R. Haduwolff:
Fehler (S.15ff)
Der gravierendste Fehler ist die Ausführung der Eisenbahn-Drehgestelle. Im Modell sind die jeweils an den 4 Enden der Lafette (Schiessgerüst) befindlichen
Drehgestelle als starre 10-achsige einteilige Wagen ausgeführt.
Das Original hatte an dieser Stelle zwei drehbar gelagerte (=daher Drehgestell) 5-achsige Wagen, die das Befahren von Kurven und Weichen erst ermöglicht hatten.
Lösung:
Die Teile A1, A2 und A4 in der Mitte durchtrennen und eine Abschlussplatte aus Restmaterial / Sheets fertigen.
Für die Drehbarkeit der Wagen gibt es nun zwei Optionen.
1. Die Wagenenden unter der Brücke E1 jeweils ca 3-5mm abschleifen.
2. Die Zapfen an den Enden von E1 abschneiden und 3 mm weiter außen wieder ansetzen.
An den Teilen L1 und L2 müssen die Drehzapfen auf jeden Fall 5-7mm weiter nach außen versetzt werden.
Fehler (S.14)
Der Zusammenbau der Bremshebel C23/C3 ist falsch herum, die Halterungen für die Bremsbeläge stehen innen.
Fehler (S. 16)
Für den Maßstab 1/35 sind die Puffer jeweils 2-3 mm zu weit außen, also die Montagelöcher verspachteln und die Teile etwas weiter innen ansetzen.
ACHTUNG! Wer seine DORA mit Spur-1-Lokomotiven und Waggons zusammenbringen will, kann die Puffer so lassen.
Fehler (S. 16)
Puffer sind grundsätzlich links flach, rechts rund, einfach abschleifen, dann stimmt es wieder!
Fehler (S.18)
Das Anbauteil M5/M9 ist eine Aufbauhilfe, die am fertigen Geschütz nicht vorhanden ist.
Fehler (S.18)
Die Materialkisten auf den vorderen Drehgestellen sind anders verteilt:
Auf dem linken vorderen Drehgestell sind zwei Kisten (U7), davon die vordere ca. 3-4 mm niedriger montiert, auf dem Rechten ist eine Kiste (U7). Diese Kisten so montieren, daß sie NICHT zwischen
den Aufgängen (P16/P17) liegen, sonst sind die Gestelle nicht drehbar.
Tipp (S.21)
Bei allen Handläufen die Teile C19 und C28 erst nach der Montage der Streben ankleben...ist wesentlich einfacher!
Fehler (S.21)
Unter den Handlaufstützen und den Klappscharnieren (C 28) sind kleine viereckige Bleche (3x2mm) montiert, unter denen Diagonalstreben sind, die die Laufbrücken
halten. Kann man mit Draht nachfertigen oder feinste T-Träger montieren.
Die Laufbrücken waren nicht um die Seitenträger montiert, sondern saßen nur an den Trägern dran
Fehler (S.18)
Auf der Brücke E 1 entfällt am rechten Drehgestell der Kasten (N4). An den Kästen waren übrigens Handgriffe!
Fehler (S.20)
Die Bauteile B8 werden weiter oben montiert, und bei L1 und L2 an vorderem und hinterem Ende jeweils auch.
Fehler (S.20)
Der Ring O18 mit der flachen Seite nach außen montieren.
Fehler (S.20)
Auch hier oben sind die Handräder B9 seitlich an den Trägern zu montieren.
Fehler (S. 20)
An der Vorderseite des oberen Schiessgerüstes sind große, runde Luken angeschraubt, die den Zugang zur Richtmechanik erlauben. Die angegossenen stumpfen
Erhebungen sind falsch.
Tipp (S.22)
Die Bauteile R43 aus Stahldraht ersetzen, sie sind zumeist krumm und schlecht rund zu schleifen.
Fehler (S.23)
Den Handlauf R25 auch am hinteren Schiessgerüst montieren, dabei den Teil ohne Stütze abtrennen und 1,2 cm Abstand zum Träger lassen, damit hier ein Durchgang
entsteht.
Fehler (S.23)
Das Anbauteil R21/R37/R44 ist eine Aufbauhilfe, die am fertigen Geschütz nicht vorhanden ist. Die Montagelöcher lassen oder mit Nieten verschließen.
Tipp (S.25)
Den Verschlussblock, den Keil und auch das hintere Ende der Rohrwiege mit Gewichten (Auswuchtgewichte, Bleigewichte o.ä.) ausfüllen, um der recht schwächlichen
Rohrhebemechanik das Leben leichter zu machen.
Achtung: Der Verschlusskeil kann gut beweglich gehalten werden. Mit der Munition und dem beweglich baubaren Lademechanismus eine schöne Abwechslung.
Tipp (S.25)
Im Verschlusskeil ist die Abfeuerspule als kleine Bohrung mit rundem Schlitz herum zu sehen. Einfach mit Messer oder Lochpfeiffe eingravieren.
Fehler (S.26)
Die Montagekeile O17 um den Hornring O19 gehören mit der senkrechten Seite nach außen!
Fehler (S.26)
Die Hebeösen O38/O39 gehören am Hornring nach oben.
Fehler (S.27)
Das Geschützrohr ist zu lang (nach den Daten von Herrn Taube)! Hier gibt es die Möglichkeit, das Rohr zusammenzubauen, und abzusägen und die Mündung mit den
„Zügen" (Teil T10) neu aufzusetzen, aber die korrekten Daten sind im Moment nicht zu ermitteln. Die Überlänge liegt zwischen 5,7 cm und 29 cm... es streiten sich die fachlichen Geister!!!
Fehler (S.27)
Der Abstreifring G5/P47 gehört nicht zur Dora, sondern zum zweiten Geschütz. P47 ist ansonsten zu klein und passt nicht. Löcher am Mantelrohr schließen.
Wer den Ring dennoch haben will - auf den Fotos ist erkennbar, daß der Ring aus Flachmaterial ist, dessen linke und rechte Hälfte oben und unten winklig aufgebogen und mit Schrauben verbunden
ist.
Tipp (S.28)
Die Gelenke aller Verbindungsträger UNBEDINGT beweglich halten! Sonst ist ein späterer Zusammenbau des Geschützes unmöglich.
Fehler (S.29)
Die Halterungen für die Munitions-Aufzüge R32/39 und R23 NICHT montieren, sondern erst mit den Munitions-Aufzügen anpassen, sonst passt es nicht.
Fehler (S.29)
Die Munitionskarren sind falsch. Dem Modell sind zwei Karren beigegeben, die dem rechten Karren für Kartuschen entsprechen.
Der Handgriff ist zu hoch und muss um 1 cm niedriger sitzen, die Mulde ist zu hoch und muss komplett geändert werden.
Der Karren für die Granaten hat den keilförmigen Abschluss hinten am Wagen nicht, und die Mulde geht bis zum hinteren Ende des Wagens.
Im Original wurde die Munition von den Karren auf den Mulden in den Querschienen vor den Verschluss geschoben.
Fehler (S. 30)
Auf Teil M10 kommen rechteckige Luken mit runden Ecken in 6x3 mm, auf denen die Handgriffe O47 montiert werden.
Fehler (S.30)
Die Räder C3 2-3mm kürzen, sonst passt die Lademechanik nicht.
Tipp (S.30)
Die Hydraulik beweglich halten.
Fehler (S.31)
Die Ladebühne M6 ist höhenbeweglich gelagert, muss aber auch in der vorderen Hälfte hochklappbar sein, um dem
Rohrrücklauf in geringer Rohrerhöhung (15 Grad) Platz zu machen.
Hier ist leider jeder Versuch, das zu ändern ein Ratespiel, da nur auf wenigen Fotos der Klapptisch hochgefahren aus der Ferne zu erkennen ist.
Fehler (S.31)
Die Wanne M7 ist beweglich gelagert, also die Zapfen unten abschleifen und die Löcher in M11 zuspachteln.
Den Fotos vom Schiessbetrieb nach ist diese Mulde nur für das abschließende Reinigen des Rohres gedacht, um den Bürstenkopf ein- und auszufädeln. Also das Teil für ein Reinigungs-Diorama nutzen.
Fehler (S.31/35)
Die Granaten sind in Maß und Form völlig falsch, ebenso die Kartuschebeutel und die Kartusche, wie unschwer auf den Fotos zu erkennen ist. Hier empfohlen
der Satz Granaten (6-teilig mit Granaten, Hauben und zwei Hülsen!) von Herrn Schatton, die Kartuschebeutel und den Verschluss der geladenen Kartusche sind hier im Satz dabei.
Fehler (S.33)
Sämtliche Türen der Kraftstation haben Türgriffe. Einfach aus Heftklammern oder Draht nachfertigen.
Fehler (S.33)
Zwischen den Handläufen M12, R18 und R3 müssen feine Ketten als Sicherung hängen.
Fehler (S.33)
Das Bodenteil T1 ist im Original aus feinem Gitterblech. Leider sind hier keine Fotoätzteile eingeplant.
Fehler (S.34)
Der Block O24/O26 ist ein Doppelscheibenblock, der 4 Drahtseile nach oben zu den Winden führt.
Mit etwas Stahldraht oder silbern bemaltem Knopflochgarn leicht zu beheben.
Fehler (S.34)
Die Handläufe am hintern Ende (R 28) sind mit einer Sicherungskette verbunden.
Fehler (S.35)
Die Munitionsaufzüge erst mit den Aufzugsplattformen anpassen, sie sind unten zu eng, also Teil O6
durch selbst gefertigtes Teil ersetzen oder mit eingesetzten Plattformen zusammenfügen und die Schlitze verspachteln.
(Zur Montage der Aufzüge s.o.)
Fehler (S.36)
Die Leiter R5 nicht unten am Drehgestell montieren, sondern frei schwebend, bei der Bewegung des Geschützes auf der Schiesskurve würde die Leiter sonst weg
brechen. Unter der 3. Stufe von oben ist ein kleiner Querträger aus Rohr montiert, der die Leiter stabil hält.
Fehler (S.36)
Das Teil M13 ist im Original nicht zu finden.
Fehler (S.37)
Die gesamte Standplatte ist falsch. Der Querschnitt der Gleise ist zu kantig und die Gleise sind fast doppelt so hoch wie maßstäblich richtig wäre.
Ebenso völlig falsch sind die Schwellen, sie sind um 30% zu breit.
Um das Geschütz in Feuerstellung zu zeigen, müssen die Gleise leicht gebogen sein (=Schiesskurve für Seitenrichtung im Einsatz), zumindest müssten die zusätzlichen Träger für die ausfahrbaren
Hydraulikstützen unter dem Geschütz da sein.
Die Bemalung:
DORA war in Reichsbahnfarben (mittelgrau) bemalt, so wie alle Eisenbahngeschütze ursprünglich. Ich empfehle, das Geschütz letztendlich in Revell-Panzergrau
(Matt 78) zu grundieren, und dann in hellerem grau abtönen, um Flächen aufzuhellen. Nach den Fotos sollte das Geschütz sehr kräftig trockengemalt und mit rotbraunen Rostschlieren gealtert werden,
dazu in Anthrazit und Silber viele Abriebstellen an Laufbrücken und mechanischen Teilen anfügen.
Auf den wenigen Bildern der Einsatz-Dora sieht man, wie sehr das Geschütz unter der Witterung gelitten hat, es stand ja Zeit seines Lebens verlastet draußen im Freien, zunächst an der Ostsee und
dann in Russland.
An den Drehgestellen sind natürlich die Laufflächen der Räder silbern, und die Gestelle von unten in dunklem Braun, dem typischen Abrieb der Bremsen, Schienen und Flugrost bei
Bahnfahrzeugen.
Sämtliche Rohrrückholer, die Ladehydraulik des Ansetzers, den Verschluss und den Keil entsprechend in Silber lackieren, auch den Rücklauf am Rohr und die Montagestelle des Seelenrohres im
vorderen Drittel, sowie den sichtbaren Teil der Züge an der Mündung.
Die typischen weißen Markierungen, die bei Verdunkelung nachts die Arbeit beim Rangieren erleichtern sollte, sind bei der Einsatz-Dora an den vorderen Trägern und den Drehbrücken gut sichtbar,
hingegen an den Drehgestellen nicht vorhanden.
Die Kartuschebeutel sind weiß mit einem schwarzen Punkt in der Mitte, wo das Zündpulver beginnt. Die Granaten und die Kartuschen sind mittelgrün, wie alle schweren Granaten. Die Kartusche war aus
Sintereisen (lt. Herrn Schatton) und nicht aus Messing, also auch bemalt. Die Abdeckung der geladenen Kartusche ist grau oder schwarz.
Da im Satz von Herrn Schatton zwei Kartuschen sind, ist natürlich die Möglichkeit gegeben, auch eine abgefeuerte Kartuschehülse zu machen, die grade Richtung Aufzüge geschoben wird.
Weitere, empfohlene Umbauten & Ergänzungen:
Weitere Umbauten, die nicht unbedingt von Nöten, jedoch auf jeden Fall zu empehlen sind, möchte ich im Nachfolgenden aulisten, beim Bau des Modells dann jedoch genauer auf sämtliche Details
eingehen.
Die Verwendung der Puffer des Modells sind leider aufgrund der falschen Formen nicht zu empfehlen. Hier bietet die Firma RB Models sehr ansprechende, korrekte Alternativen aus Metall an. (siehe
auch Puffer v. RB Model).
Die Laufstege um die Unter- und Oberlafette waren im Original aus Laufgitter gefertigt, sprich, man konnte durch die Laufstege sehen, was darunter war. Hierzu sollten sämtliche seitlichen
Laufstege des Modells durch Gitter ersetzt werden. Der Rahmen hierzu kann aus Plastiksheet (z.B. von Evergreen) neu aufgebaut werden. Aeronaut bietet beispielsweise passende Gitter an.
Auf den Fahrgestellen war der Boden aus Holzlatten aufgebaut. Diese sind zwar aus sehr schön graviertem Kunststoff dargestellt, sollten jedoch ebenfalls ersetzt werden. Was wirkt natürlicher als
echtes Holz? Balsaholz ist hier ein sehr interessanter Werkstoff, den ich bereits beim Bau meiner BR52 verwendet hatte, um Holzboden und -Decke darzustellen.
Einige Teile, eventuell auch Geländer, sollten teilweise durch Draht ersetzt werden.
Der Kranhaken sollte an einem realistischen Seil befestigt werden, das mehrfach gewickelt war. Nicht an einem einfachen Stück Schnur, wie in der Bauanleitung.
... wird fortgesetzt...